Kelly-Marie Murphy (*1964)
Give me phoenix wings to fly (1997)
14 min
Richard Strauss (1864-1949)
Aus: 4 Lieder op. 27
No. 4 „Morgen!“ (1894)
(Bearb. für Klaviertrio vom Bernstein Trio)
4 min
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Klaviertrio Nr. 1 c-Moll op. 8 (1923)
14 min
Pause
Johannes Brahms (1833-1897)
Trio Nr. 1 in H-Dur op. 8 (1891)
1. Allegro con brio
2. Scherzo. Allegro molto
3. Adagio
4. Allegro
30 min
Unser Konzert beginnt mit Kelly-Marie Murphys “Give me phoenix wings to fly”, das auf packende Weise den feurigen Höhenflug des magischen Vogels, dessen Verglühen und Wiederaufschwingen in die Lüfte des Lebens vertont. Die Bilder des Glückszustandes, des unvermeidlichen Zugrundegehens und der Hoffnung auf Wiederkehr klingen auch im Klaviertrio Nr. 1 von Dmitri Schostakowitsch an, das durch seine ständigen Stimmungswechsel zwischen kantablem Sog und hastigem Wahn in Atem hält. Eine fesselnde emotionale Reise durch endlos singende, erstickte oder in Schockstarre verharrende Klänge lässt kaum Zeit zum Luftholen. Als Ruhe stiftende Atempause zwischen beiden Werken erklingt das Lied “Morgen!” von Richard Strauss, das mit dem Zuversichtsgedanken einer stets wieder erscheinenden Sonne an die ewige Auferstehung des Phönix anknüpft.
Im zweiten Teil des Konzertes soll mit dem Trio Nr. 1 in H-Dur, op. 8 von Johannes Brahms ein Monumetalwerk der Kammermusik erklingen. Es markiert sowohl die Anfangs- als auch die Endphase des Brahmsschen Schaffens und zugleich den Höhepunkt unseres Programms. Die Frühfassung des Trios aus dem Jahre 1854 erfuhr 1889 nochmals eine Überarbeitung, die bis heute die Gängigere blieb. In unserem Programm erklingt die Spätfassung, die sowohl einen lebhaft jungen, als auch einen genialisch gereiften Brahms zeigt. Das Werk beeindruckt mit zeitloser Schönheit und führt das Publikum in ein dichtes Tongeflecht aus expressiven, zarten Melodien, leidenschaftlichen Aufschwüngen und tief dramatischen Abgründen.